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Rhônetal - Nizza 2006


Westalpenexpress 2006 - Rhônetal > Nizza

15.700 hm, 540 km, 6 Etappen, 15.07. - 22.07.2006


Artikel der BikesportNews online unter www.bike-sport-news.de


Marcel Hahn: Mit einem Gang ins Guiness Buch?


(04.08.06/mm) 2004 hatte Marcel Hahn die Alpen mit dem Singlespeeder von Ost nach West bezwungen, jetzt war er vom Rhonetal nach Nizza unterwegs. Wieder mit nur einem Gang und ohne Federung durch die Alpen. 600 Kilometer und 16.000 Höhenmeter in fünfeinhalb Tagen.


Am Mont-Blanc, am Rhoneknie macht der Alpenhauptkamm eine 90 Grad-Kurve und versinkt nach rund 300 Kilometern im Ligurischen Meer. Der Nord-Süd-Weg führt deshalb ständig durch das Land der höchsten Berge mit tief eingeschnittenen Tälern, felsigen Rücken und eisigen Höhen. Die Route der Westalpen führt aus dem Rhonetal ebenso direkt wie tollkühn in nur einer Woche nach Nizza. Es ist ein extrem reizvolles, aber auch extrem anspruchsvolles Unternehmen. Diese Überquerung ist einer der extremsten überhaupt und wenn sie in Angriff genommen wird nimmt man sich mindestes eine Woche dafür Zeit. Es ist Marcel Hahn gelungen die Überquerung in einer sagenhaften Rekordzeit von nur fünfeinhalb Tagen zu meistern. Etwa 16.000 Höhenmeter und etwa 600 Kilometer hat er gewältigt. Mit diesem zweiten Teil hat er sich den Traum erfüllt und das komplette Rückrad der Alpen vom Watzmann bis Nizza mit nur einem Gang und ohne Federung zu absolvieren, insgesamt summieren sich etwa 170 Kilometer und 44.000 Höhenmeter.


Startort war Martigny am Rhoneknie, von dort ging es offroad zum Großen Sankt Bernhard und durch wildes Hochgebirge über den Grand Combin, Lac du Mauvoisin und den Fenetre de Durand nach Italien. Ein Traumtrail nach Aosta entschädigte dann für die Anstrengungen. »Dieser Übergang gehört zu den schönsten Alpenhauptkammpassagen, 2800 Höhenmeter bergauf, 2600 bergab und 105 Kilometer«, so sein Fazit.


Die zweite Etappe begann um fünf Uhr morgens und führte am Gran Paradiso vorbei ins Arctal. An Pässen standen der Kleine Sankt Bernhard und der Col d'Iseran auf dem Programm, Highlights fürs Auge boten dabei der blumenreiche Gran Paradiso-Nationalpark und die Eisdome des Vanoise-Nationalparks. Am dritten Tag führte die Strecke aus dem Arctal über den Col de Sollieres zum Mont Cenis und über gut erhaltene Armierungsstraßen aus dem Zweiten Weltkrieg hinunter in die alte Römerstadt Susa.


Mit einer vierstündigen Wiegetritt-Auffahrt zum Gipfel des Gran Serin begann der vierte Tag. »Diesen Tag werde ich in meinem Leben nicht vergessen. Er brachte mich an meine Grenzen. Am Horizont weist die Krone des Mont Chaberton die Richtung zum Colle di Sestriere«, so Marcel Hahn. Über den Col Mayt ging es dann in den Queyars-Naturpark mit dem Etappenziel Abries – 3600 Höhenmeter lagen dort hinter dem Singlespeeder. Am nächsten Tag ging es weiter zum höchsten Pass der Alpen, über den Lac de la Blanche führt der Weg zum Col de la Noire. Einer der eindrucksvollsten Downhills der Alpen zieht sich von dort Richtung Tal. Ein Hochtal verengt sich zur Schlucht, vorbei am Pont du Chatelet, dann endet eine 38 Kilometer lange Abfahrt an der Nordrampe des Col de Restefond la Bonette und hinunter ins Bchelard-Tal.


Das Mittelmeer konnten die Fahrer während des sechsten Tages schon förmlich spüren: Über das Col de la Cayolle ging es hinab zur Varquelle. Ein spektakuläres Sträßchen frisst sich durch die Cainssschlucht. Bei Nizza mündet die Var ins Meer, ihr Lauf wäre der einfachste Weg zum Meer. Da dort aber eine stark befahrene Nationalstraße den einzigen fahrbaren Weg markiert, entschlossen sich Hahn und Begleiter, eine kleine Straße über den Col de Saint Raphael nach Roquesteron zu befahren, schon Mittags konnten sie sich im Mittelmeer treiben lassen.


Wahrscheinlich gibt es für diese Tour einen Eintrag im Guiness Buch.


Wer Marcel einmal treffen will, hat am Wochenende Gelegenheit in Thaleischweiler-Fröschen, Informationen zur Veranstaltung unter www.schlaflosimsattel.de


(Quelle: Marcel Hahn)

04.08.2006 von Martin Munker

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